Mit Programm und Klangstil an die Spitze

RIED / Vom Schülerblasorchester zum Weltmeister - so könnte man in wenigen Worten die 15-jährige Geschichte des SBO Ried zusammenfassen. Das wäre aber viel zu kurz gefasst, findet auch Karl Geroldinger, Leiter des Orchesters. Der 43-Jährige hatte vor 15 Jahren als Musikschullehrer die Idee, ein Blasorchester zu gründen, um den Schülern den Eintritt In die Musikkapellen zu erleichtern. Manche sind in den 15 Jahren geblieben, andere hinzugekommen. Aus dem Schülerblasorchester wurde das Sinfonische Blasorchester, das Niveau steigerte sich von Jahr zu Jahr. Seit ungefähr drei Jahren, so Geroldinger, spielt das SBO jetzt in der internationalen Spitzenklasse. Seit 2001 dürfen sich die Innviertler
auch Weltmeister nennen: Beim World Music Contest in Holland erreichten sie den ersten Platz, der Titel bleibt ihnen für vier Jahre. Dass die
Leistung stimmt, konnten sie - wie berichtet - kürzlich in Spanien wieder unter Beweis stellen: Beim Certamen International de Bandas de Musica, einem internationalen Blasmusikbewerb in Valencia, gelang es den 75 Musikern, die maximale Punkteanzahl zu erreichen. Damit war das Rieder SBO das beste Orchester des Wettbewerbs.

Die Titel sind für Karl Geroldingr, seit 1995 Direktor des
oö. Landesmusikschulwerkes, nicht das wichtigste: ,Man darf nicht falschen Zielen nachlaufen." Seine Ziele sieht der Enzenkirchner eher im inhaltlichen Bereich.


Das Geheimnis des Erfolges liegt nicht zuletzt in den genauen Klangvorstellungen des Dirigenten: ,Unsere jugendliche Frische und der Spaß kommen rüber. Wenn wir selbst was von der Musik haben, dann gefällt es auch den Leuten".
Nach den Erfolgen im Ausland beginnt sich auch Österreich mehr für das SBO Ried zu interessieren, ein Land, in dem für Sinfonisches Blasorchester traditionell wenig Raum ist. "Die Tradition behindert uns irrtümlicherweise. Eine unserer Hauptaufgaben sehen wir in der Entwicklung dieses Sektors, wir wollen die Lücke schließen", meint Karl Geroldinger zur Situation zwischen Musikkapelle und klassischem Orchester.

"Ein bisschen verrückt und fanatisch muss man schon sein"

Das soll durch die richtige Programmahl gelingen: "Wir brauchen ein pädagogisches Konzept, das nicht sichtbar ist. Man muss die Leute mit Neuem konfrontieren, aber nicht überfordern", so Geroldinger über die richtige Mixtur. Für die Zukunft sieht er noch genügend Entwickungsfelder innerhalb des Orchesters, genauso wie Stücke auf seiner Wunschliste. Woher nimmt der dreifache Familienvater die Kraft dazu? Die leuchtenden Augen der Orchestermusiker geben sie ihm.